Hungen (sha). Bei einem Arbeitsunfall in einer Hungener Großmolkerei sind zwei Mitarbeiter am 16. Februar schwer verletzt worden. Die beiden Männer - ... erlitten bei Arbeiten in einem Palettenlager Kohlenmonoxid-Vergiftungen und mussten mit Rettungshubschraubern in Krankenhäuser gebracht werden. Weil für ihre Behandlung Druckkammern nötig sind, werden sie nach Aachen oder Leipzig geflogen.

Wie es zu der deutlich erhöhten Kohlenmonoxid-Konzentration kam, darüber kann bisher nur spekuliert werden. ...  Am Donnerstagnachmittag war ein Großaufgebot von rund 30 Rettungskräften vor Ort. Das Umweltschutzkommissariat ermittelt. Medienberichte, wonach sogar vier Arbeiter verletzt wurden, wies die Polizei zurück.

Quelle: S.Hanak/Gießener Allgemeine Zeitung

homepage2Hungen (con). Für die Hungener Feuerwehren startete das Jahr noch in der Nacht mit einem aufwendigen Einsatz. Kurz vor drei Uhr mussten sie zu einem Scheunenbrand im Marienhof in der Oberburg nach Bellersheim ausrücken. Der Dachstuhl des alten Fachwerkbaus in der Münzenberger Straße stand bereits beim Eintreffen der Helfer in Flammen. Dichter Rauch und ein durch Wind bedingter Funkenflug komplizierten die Löscharbeiten – durch den Wind wurden Funken quer über die Straße bis zu den Nachbargebäuden geweht. Deshalb stand zuächst einmal die Sicherung der umliegenden Gebäude, mehrere Wohnhäuser, an, deren Dächer vorsorglich bewässert wurden: So konnte ein Übergreifen der Flammen auf weitere Gebäude verhindert werden. Dabei kam auch die Drehleiter aus Hungen zum Einsatz. Durch die starke Rauchentwicklung war der Einsatz von Atemschutzgeräten auch außerhalb des Gebäudes unabdingbar. Durch die Kälte - Minus drei Grad - gefror das Löschwasser auf der Straße. Nachbarn brachten Kaffee und warme Getränke für die Einsatzkräfte vorbei - eine schöne Geste.

Insgesamt 55 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Bellersheim, Hungen, Inheiden, Obbornhofen und Trais-Horloff und Utphe waren für mehrere Stunden im Einsatz – erst gegen halb acht morgens konnte der Einsatz für beendet erklärt werden, nur eine Brandwache blieb zurück. Durch das Feuer entstand ein erheblicher Sachschaden am Dachstuhl des historischen Gebäudes, der sich nach ersten Schätzungen der Polizei auf über 50 000 Euro beläuft – glücklicherweise wurde aber niemand ernsthaft verletzt.  (Quelle: C.Hoppe/Gießener Allgemeine Zeitung)

Das Jahr begann für die Feuerwehr Hungen mit einem Brandeinsatz in Inheiden. Dort war es zu einem Schwelbrand in einem Fachwerkhaus gekommen. Unter Atemschutz musste dabei eine Wand aufgebrochen werden, um einen glühenden Balken abzulöschen.

Mitte Januar kam es zu einem Gefahrguteinsatz: Aus einer nach Polizeiangaben defekten Heizungsanlage war Gas ausgetreten, ein Hausbewohner wurde dabei verletzt und mit dem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik gebracht. Er verstarb dort später.

Unfälle führten die Einsatzkräfte erneut auf die Bundesstraße 457, dabei unter anderem zu einem Pkw, der sich in Langsdorf nahe der Abfahrt Mitte überschlagen hatte. Auch ein Unfall an der Abfahrt Hungen-West sowie eine Ölspur riefen die Feuerwehr auf den Plan. Spektakulär fiel dabei der Unfall eines Geländewagens mit Anhänger aus: Das Gespann hatte sich aufgeschaukelt, woraufhin sich ein Radlader von dem Anhänger löste und auf den angrenzenden Radweg stürzte.

Im Februar kam es in Villingen zu einer Explosion, als in einem Hobbykeller ein Mann eine Metalldose aufflexen wollte. Die Feuerwehr sicherte das Areal ab, bis Sprengstoffexperten Entwarnung geben konnten.

 

Das zweite Halbjahr war für die Feuerwehr Hungen durch technische Hilfeleistungen geprägt. So rückte man unter anderem zu zwei Verkehrsunfällen nach Nonnenroth aus, bei dem sich jeweils ein Pkw überschlagen hatte. In einem Industriebetrieb musste ein Mitarbeiter aus einer Maschine befreit werden, in der er sich eingeklemmt hatte. Anfang Oktober rief ein brennender Traktor die Einsatzkräfte auf den Plan.

Am 22. Oktober wurde man zu einer unklaren Rauchentwicklung nach Trais-Horloff ins Wochenendgebiet alarmiert. Dort brannte ein Wochenendhaus in voller Ausdehnung. Die Löscharbeiten gestalteten sich umfangreich, da Decken und Wände aufgebrochen werden mussten, um an alle Glutnester zu gelangen. Zudem befanden sich in dem Gebäude mehrere Gasflaschen, die ins Freie gebracht wurden. Mit den Einsatzkräften aus Trais-Horloff, Utphe, Inheiden, Bellersheim und Obbornhofen gelang es, den Brand einzudämmen.

Bereits im Juli musste die Feuerwehr zudem einen Hungener zur Hilfe eilen, der bei einem Wohnungsbrand schwere Brandverletzungen davon trug. Er wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht.

Auf der Bundesstraße 457 galt es wieder mehrere technische Hilfeleistungen nach Unfällen abzuarbeiten. So kam es Ende September zu einem Unfall an der Abfahrt Langsdorf Ost mit einem Leicht- und einem Schwerverletzten. Im Oktober wurden sieben Personen bei einem Auffahrunfall zwischen Hungen und Langsdorf verletzt.

Das zweite Quartal war für die Feuerwehr Hungen vor allem durch Einsätze  bei schweren Verkehrsunfällen geprägt. So kam es im April zu einen Frontalzusammenstoß zweier Pkw auf der Landesstraße zwischen Hungen und Nonnenroth. Ein Fahrer war im Fahrzeug eingeklemmt und musste befreit werden, beide wurden von Feuerwehr und Rettungsdienst reanimiert, auch der Rettungshubschrauber kam zum Einsatz. Dennoch verstarben beide noch an der Unfallstelle. In Obbornhofen prallte im Juni ein Motorradfahrer gegen einen Traktor -der zweite tödliche Unfall. Dort beschränkte sich die Aufgabe der Hungener Wehr aber diesmal nur auf das Absichern der Unfallstelle und Aufnehmen von ausgelaufenen Betriebsmitteln.

Auch Brände waren zu verzeichnen. So geriet nach einem Grillfeuer ein Nadelgehölz in der Kernstadt in Brand und wurde von der Feuerwehr gelöscht. In einem anderen Fall musste ein brennender Blumenkasten auf einem Balkon gelöscht werden. Auch ein vom Ordnungsamt untersagtes "Nutzfeuer", bei dem verbotener Weise Sperrmüll und Elektroschrott verbrannt werden sollten, wurde abgelöscht. Zudem pumpte man nach einem Wasserrohrbruch in Rodheim einen Keller aus. Weitere kleinere Einsätze, Brandsicherheitsdienste und ausgelöste Brandmeldeanlagen waren ebenfalls zu verzeichnen.

Höhepunkte für die Jugendfeuerwehr waren die Teilnahme beim Stadtpokal und Kreisentscheid in Linden, bei dem man den sechsten Platz erreichte.

Im ersten Quartal des Jahres 2015 blieb es für die Feuerwehr Hungen weitestgehend ruhig. Mehrere ausgelöste Brandmeldeanlagen riefen die Einsatzkräfte auf den Plan, darunter zweimal in Inheiden. Ein Rauchmelder schlug in einem Privathaus in der Kaiserstraße an. Nach öffnen der Tür durch die Einsatzkräfte wurde jedoch nur ein angebranntes Essen festgestellt – wieder einmal verhinderten Rauchmelder schlimmeres.

Im Februar wurde der Einsatzleitwagen einmal zu einem Verkehrsunfall nach Lich alarmiert. Der dortige ELW war zur Umrüstung auf Digitalfunk gerade in der Werkstatt, so dass man kameradschaftlich gerne auch in der Nachbargemeinde aktiv wurde. Außerdem galt es, einen Mülltonnenbrand am Vereinsheim des Tennisclubs zu bekämpfen. Durch den schnellen Einsatz konnte das übergreifen der Flammen auf das Clubhaus verhindert werden. Außerdem war ein Kaminbrand in Langd zu verzeichnen. Ende Februar stand die Jahreshauptversammlung der Einsatzabteilung mit Neuwahlen an. Dabei wurde Christian Seibert zum neuen Wehrführer gewählt.

Im März schließlich galt es mal wieder, eine Ölspur zu bekämpfen, die sich über Obbornhofen und Bellersheim bis nach Hungen zog. Ein weiterer ausgelöster Rauchmelder rief die Kräfte nach Bellersheim – diesmal aber eine Fehlauslösung. Am letzten Tag des März gab es noch zwei Einsätze durch Sturmschäden. (de)

Die Freiwillige Feuerwehr Hungen rettet nicht nur Menschen. Auch wenn Tiere in Notsituationen in Not geraten, versucht man diese aus ihrer misslichen Lage zu befreien. An einen Sonntagnachmittag im April 2013 forderte ein Reh die Einsatzkräfte gleich zweimal.

Spielende Kinder hatten neben dem Weg entlang der Horloff nach Inheiden einen jungen Rehbock gefunden, der sich einem Weidezaun verfangen hatte und sich nicht mehr selbst befreien konnte. Daraufhin alarmierten sie die Feuerwehr.

Doch das junge Reh schien zuerst nicht so genau zu verstehen, dass die Feuerwehr ihm nur helfen wollte. Mit zwei Mann musste es festgehalten werden, damit ein dritter es aus dem Zaun herausschneiden konnte. Danach gönnte man dem Tier eine Erholungspause ohne direkten menschlichen Kontakt. Das wahrscheinlich vom stundenlangen Kampf mit dem Zaun völlig ausgezerrte Tier zog sich zunächst in ein Gebüsch zurück, während die Einsatzkräfte auf den Jagdpächter warteten und die Kinder für ihren Anruf lobten.

Plötzlich und vollkommen unerwartet sprang das Tier in die Horloff. Sofort stürzten sich zwei beherzte Feuerwehrmänner in die Fluten, um das Tier aus dem Wasser zu ziehen. Das Reh wurde reanimiert und beatmet, doch alle Bemühungen waren vergeblich: der herbeigerufene Jagdpächter konnte leider nur noch den Tod des Tieres feststellen.

Vor fast 110 Jahren wurde die staatliche Wasserleitung nach Bad Nauheim gebaut. Die 45Zentimeter dicken Rohre fördern seitdem Wasser quer durch die Schäferstadt. An einem Morgen im Juni 2013 gab eines der Rohre nach – mit dramatischen Folgen.

Auf rund vier Metern Länge klaffte ein Riss in der Leitung, Unmengen an Wasser suchten sich unkontrolliert ihren Weg. Um kurz nach fünf wurde die Freiwillige Feuerwehr Hungen alarmiert: aus der Lindenallee sprudelte Wasser, die Straße hatte sich auf einer Strecke von knapp zwanzig Metern um bis zu zehn Zentimeter angehoben, der Teer war gebrochen. Die Wassermassen strömten zum Teil in die Straße „Am Zwenger“ – der Großteil jedoch folgte dem Gefälle und floss Richtung Bauhof. Bis zu einem halben Meter hoch stand das braune, mit Kies und Schlamm vermischte Wasser in den Räumen, überschwemmte auch die Kellerräume der Feuerwehr.

Schnell zeigte sich das Ausmaß der Schäden: nicht nur Computer, sondern auch ein Großteil des Inventars und Maschinenparks –Rasenmäher, Laubsauger, Teile der Weihnachtsbeleuchtung - wurden durch das Wasser zerstört. Auf der Wasseroberfläche bildete sich ein Benzinfilm, der von der Feuerwehr mit Ölbindemittel aufgenommen wurde. Auch Bürgermeister Rainer Wengorsch machte sich ein Bild von den Ausmaßen der Überflutung. Die Wasserversorgung der Kernstadt war von dem Rohrbruch nicht betroffen.

In Absprache mit dem Notdienst der OVAG wurde die Lindenallee für den Fahrzeug- als auch Personenverkehr in Höhe des Rohrbruchs gesperrt, da nicht abzusehen war, wie stark die Straße unterspült war. Nachdem der Bagger die Teerdecke aufgerissen hatte, zeigte sich das Ausmaß: ein über zwei Meter tiefes und zwei Meter breites Loch klaffte im Erdreich. Jederzeit hätte ein Fahrzeug hier einbrechen können.

Mit mehreren Pumpen und Nasssaugern pumpten die Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Bauhofs sowie Mitarbeiter der OVAG den Bauhof in einem elfstündigen Einsatz aus. Hier zeigte sich wieder einmal, wie wichtig eine umfassende und gute Ausrüstung an jedem Standort ist. Den Einsatz leitete der stellv. Wehrführer Michael Weber. Zwischenzeitlich rückte die Feuerwehr Hungen außerdem zu zwei ausgelösten Brandmeldeanlagen aus, wobei sie von den Kameraden aus Inheiden unterstützt wurde.