Die Freiwillige Feuerwehr Hungen rettet nicht nur Menschen. Auch wenn Tiere in Notsituationen in Not geraten, versucht man diese aus ihrer misslichen Lage zu befreien. An einen Sonntagnachmittag im April 2013 forderte ein Reh die Einsatzkräfte gleich zweimal.

Spielende Kinder hatten neben dem Weg entlang der Horloff nach Inheiden einen jungen Rehbock gefunden, der sich einem Weidezaun verfangen hatte und sich nicht mehr selbst befreien konnte. Daraufhin alarmierten sie die Feuerwehr.

Doch das junge Reh schien zuerst nicht so genau zu verstehen, dass die Feuerwehr ihm nur helfen wollte. Mit zwei Mann musste es festgehalten werden, damit ein dritter es aus dem Zaun herausschneiden konnte. Danach gönnte man dem Tier eine Erholungspause ohne direkten menschlichen Kontakt. Das wahrscheinlich vom stundenlangen Kampf mit dem Zaun völlig ausgezerrte Tier zog sich zunächst in ein Gebüsch zurück, während die Einsatzkräfte auf den Jagdpächter warteten und die Kinder für ihren Anruf lobten.

Plötzlich und vollkommen unerwartet sprang das Tier in die Horloff. Sofort stürzten sich zwei beherzte Feuerwehrmänner in die Fluten, um das Tier aus dem Wasser zu ziehen. Das Reh wurde reanimiert und beatmet, doch alle Bemühungen waren vergeblich: der herbeigerufene Jagdpächter konnte leider nur noch den Tod des Tieres feststellen.