Von Flugzeugabsturz bis Zugunfall - Jahreshauptversammlung der Einsatzabteilung

Hungen (de). Die Zahl der Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr Hungen sank zwar im Vergleich zum Vorjahr um fast ein Drittel. Ein ruhiges Jahr war es dennoch nicht, wie Wehrführer Christian Seibert am Donnerstagabend auf der Jahreshauptversammlung berichtete. Denn das Einsatzspektrum reichte von Bränden über einen Flugzeugabsturz bis hin zu einem Zugunfall.

Insgesamt 65 Mal wurden die neun Frauen und 34 Männer alarmiert, verbrachten über 2500 Stunden im Einsatz. Seibert erinnerte an den 26. April, als ein Pkw auf einem Bahnübergang mit einem Zug zusammenstieß. Der Autofahrer wurde dabei schwer verletzt, drei Hunde getötet. Für die Fahrgäste der Bahn ging dieser glimpflich aus. Auch der Absturz eines Kleinflugzeugs im Sommer bei Trais-Horloff endete dank eines in der Maschine verbauten Fallschirms ohne Katastrophe. Nach einem Kellerbrand mussten im April acht Menschen über die Drehleiter aus ihren Wohnungen gerettet werden, da das Treppenhaus durch giftigen Brandrauch versperrt war.

Seibert dankte dem Feuerwehrverein, der unter anderem die Anschaffung des neuen Mannschaftbusses und von Helmlampen förderte, Die Wettkampfgruppe erreichte beim Kreisentscheid Platz zwei, bei Bezirksentscheid Platz sieben. Zudem lobte er das Engagement der Tagesalarmbereitschaft. Diese besteht aus neun Feuerwehrleuten, die in ihren Heimatorten in der Feuerwehr sind, jedoch in Hungen arbeiten und tagsüber auf Einsätze mit ausrücken. Da rund 71 Prozent der Einsätze zwischen 6 und 18 Uhr waren, bilden sie eine wichtige Verstärkung des Brandschutzes in Hungen.

Die Jugendfeuerwehr mit zwei Mädchen und zwölf Jungen schaffte es, sich mit einem zweiten Platz beim Kreisentscheid für den Landesentscheid zu qualifizieren. Der fand in Hungen statt. Dabei landete die Gruppe auf Platz 26. Jedoch war es den Jugendlichen viel wichtiger, bei dem „Heimspiel“ mit dabei zu sein, berichtete Jugendwart Daniel Butzin. Helfer aus den Feuerwehren aus dem ganzen Stadtgebiet waren beim Aufbau und der Bewirtung von über 1000 Besuchern mit dabei.

Die Minifeuerwehr bräuchte dringend Nachwuchs. Aktuell sind es acht Kinder. Um auch mal in größeren Gruppen zu üben, soll die Zusammenarbeit mit den Obbornhofenern Firekids ausgebaut werden. Mit diesen besuchte man bereits zusammen die Berufsfeuerwehr in Gießen. Zum Jahreswechsel schied Nina Weber als Betreuerin aus. Auch Silvia Ritter, die seit ihrer Gründung die Minifeuerwehr leitete, will im Sommer das Amt in neue Hände übergeben. Die 16 Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung unter Ehrenstadtbrandinspektor Richard Pleyer trafen sich 48 mal und halfen unter anderem beim Brunnenfest und Landesentscheid.

Stadtbrandinspektor Udo Träger berichtete, dass die Ausschreibung für das neue Löschfahrzeug auf der Zielgeraden sei. Mitte des Monats sei mit Ergebnissen zu rechnen. Bürgermeister Rainer Wengorsch dankte der Feuerwehr nicht nur für die Einsatzbereitschaft: „Auf sie kann man auch im Sinn der kommunalen Gesellschaft zählen.“ Er berichtete, dass die nun vom Land zugesagten KIP-Mittel auch in die Ertüchtigung der Gerätehäuser, unter anderem in Hungen, fließen werden. Diese standen noch vor wenigen Tagen auf der Kippe. „Wir bekommen die KIP-Mittel und ich bin froh, dass das geklappt hat.“ Er warb gleichzeitig für kameradschaftliches Verhalten in allen Feuerwehren: „Jeder soll sich mit seinen individuellen Fähigkeiten einbringen und wohlfühlen.“ Bei den Wahlen wurde Michael Weber als stellvertretender Wehrführer wiedergewählt.